Seelenlabor

Warum Seelenlabor?

 

 

 

 

 

Psychische Probleme können eine lange Forschungsreise sein, mit viel Trial and Error und unzähligen (Selbst-) Versuchen, bis man auch nur annähernd weiß, was los ist und – wenn man gut geforscht hat – wie es weitergeht. Diese Erfahrung hat wahrscheinlich jede*r Betroffene oder auch Angehörige bereits gemacht. Wie in einem Labor erforscht man ständig innerlich und äußerlich Methoden, neue Wege und vermeintliche Lösungen. Manchmal gelingt ein Durchbruch, oftmals leider auch nicht, also weitermachen.

 

 

 

 

 

Zum Glück müssen wir für das Erforschen unserer Seele keine Forschungsgelder beantragen, denn wie erkläre ich jemandem, warum ich diese Panikattacke, die ich im Supermarkt bekomme, unbedingt erforschen muss und vor allem, wie sie sich anfühlt? Ehrlich gesagt, wer von uns traut sich schon ohne Weiteres, seine psychischen Probleme detailliert zu beschreiben, in aller Öffentlichkeit? Aber warum eigentlich nicht? Weil Menschen mit Ängsten, Depressionen oder anderen psychischen Gesundheitsproblemen in unserer Gesellschaft oftmals immer noch stigmatisiert werden und sich eher zurückziehen, als Hilfe zu suchen, um die Erforschung ihres Problems voranzutreiben. Viel mehr noch, nicht nur die Betroffenen, sondern auch ihre Angehörigen sind oft überfordert mit dieser Forschungsarbeit und betreiben sie dennoch mit viel Einsatz und Energie in ihrem eigenen kleinen Kellerlabor, damit es keiner mitbekommt. Im schlimmsten Falle so lange, bis alles explodiert. Wir können das ändern, indem wir unser Wissen über psychische Erkrankungen erweitern und teilen und somit Mythen und Stigmatisierung bekämpfen.

 

 

 

 

Mit Seelenlabor möchte ich Informationen zu psychischen Gesundheitsproblemen sammeln und bereitstellen – für Betroffene, Angehörige und alle, die es interessiert. Ich möchte wissenschaftlich fundierte Informationen über psychische Erkrankungen, deren Entstehung und Symptome vermitteln und werde dabei auch immer auf meine Quellen verweisen. Natürlich möchte ich auch Hilfsmöglichkeiten vorstellen, konzentriere mich dabei aber auf das, was wissenschaftlich erforscht ist – und das ist mittlerweile eine ganze Menge. Ich versuche möglichst viele Hilfsangebote, Beratungsstellen etc. zu sammeln und hier zu veröffentlichen und freue mich über weitere Tipps und Infos dazu.

 

 

 

Allen Betroffenen möchte ich den Rat geben, dass ein Besuch beim Hausarzt erstmal ein sehr guter erster Schritt ist, wenn man glaubt, dass etwas nicht in Ordnung ist! Und wenn der Besuch dort nichts gebracht hat oder du dich unwohl gefühlt hast, gehe zum nächsten und hole dir eine zweite Meinung! Nobody is perfect, auch Ärzte nicht. Wenn du, warum auch immer, nicht in der Lage bist, einen Arzttermin zu vereinbaren (was völlig ok ist), frag eine Vertrauensperson aus deinem Umfeld. Auch wenn dich das Überwindung kostet, aus Erfahrung weiß ich, dass Freunde oder Familie in dieser Situation unglaublich gerne helfen und es ihnen nicht lästig ist, wie du vielleicht vermutest. Du musst nicht unendlich lang selber forschen, nutze die Hilfsangebote, die es bereits gibt. 

Wenn wir gemeinsam forschen und unser Wissen teilen,

können wir Betroffenen und Angehörigen zur Seite stehen und sie ermutigen, sich Hilfe zu suchen.

 

 

Trauriges Mädchen
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