• Lena

R-E-S-P-E-C-T oder: Mal was ganz Grundsätzliches…


Vor Kurzem hatten wir in einer Gruppe eine Diskussion darüber, was den Wert eines Menschen ausmacht – und mir wurde ein bisschen schlecht. Mir wurde bewusst, dass ich, was das angeht, wohl etwas sehr radikal bin. Die ersten Beiträge begannen mit Worten wie „wenn jemand das und das macht, ist er/sie für mich wertvoll“ oder „wenn jemand herablassend ist, ist er/sie nicht wertvoll“ und dass ein Herr Trump natürlich in keinster Weise wertvoll sei.


What??

...dachte ich und spürte, wie mir das Zuhören körperliches Unbehagen bereitete. Natürlich ist Trump ein Mensch, der sehr, sehr viele Dinge tut, mit denen ich überhaupt gar nicht klarkomme, aber: auch ein Trump wurde nicht so geboren. Als ich dann also erklärte, dass ich diese Diskussion sehr befremdlich finde, weil meine Mutter mich gelehrt hat, dass jeder Mensch, so wie er ist, von Geburt an wertvoll ist, schauten mich erstmal ein paar Augenpaare sehr erstaunt und auch ein bisschen peinlich berührt an. Aber ich meine es genauso: Kein Mensch wird als schlechtester Präsident aller Zeiten geboren, als alkoholkranker oder depressiver Mensch oder was auch immer. Vielmehr gab es unzählige Dinge, Situationen, Umstände, schicksalhafte Begegnungen und vieles mehr, die dazu geführt haben, dass wir sind, wie wir sind. Trotzdem ist jeder Mensch wertvoll und hat Respekt verdient. Diese Grundhaltung hilft mir sehr dabei, jedem Menschen möglichst vorurteilsfrei und respektvoll zu begegnen. Immer gelingt mir das auch nicht, klar kann ich mich auch ausführlich über einen Herrn Trump auslassen und meine Meinung dazu sagen. Keiner von uns ist vollig frei von Vorurteilen, wir alle bewerten jeden Tag öfter als uns das bewusst ist. Aber ich möchte dann auch immer wissen, warum Menschen zu dem geworden sind, was sie sind.


#nostigma

In Bezug auf psychische Erkrankungen finde ich es ganz besonders wichtig, daran zu denken, dass Menschen immer eine individuelle Geschichte oder genetische Vorbelastungen haben, die sie zu dem machen, was sie in dem Moment sind, wenn wir ihnen begegnen. Auch – oder vor allem – wenn sie sich in dem Moment für uns sehr befremdlich benehmen, haben sie es wie jeder andere verdient, mit Respekt behandelt und nicht abgewertet zu werden. Für mich ist das eine der Grundvoraussetzungen, um die Stigmatisierung psychisch Erkrankter zu bekämpfen.


Ich hoffe, möglichst viele sehen das genauso.


Lena


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