Sonnenaufgang

Mir selber helfen

Als erstes musst du dir selber dafür danken,

dass du diese Worte gerade liest und dich auf den Weg begeben möchtest, etwas zu tun!

 

Das ist ein sehr wichtiger Schritt und oftmals der schwerste.

Sei dir bewusst, dass es eine Erkrankung ist und egal, was andere sagen oder du dir selber sagst, du bist nicht schuld daran, dass es dir so geht. Es sind ganz viele Umstände, die dazu führen, dass eine psychische Erkrankung entsteht und es gibt ganz viele Wege, wie man sie in den Griff bekommt.

 

 

 

 

 

 

 

Du solltest wissen, dass es sehr wichtig ist, sich so früh wie möglich Hilfe zu holen, dazu kannst du dich auch ganz einfach an deine Hausarztpraxis wenden. Es ist grundsätzlich wichtig, ärztlichen Rat einzuholen und am besten einen Termin bei einem Arzt/einer Ärztin zu vereinbaren. Wenn dir das zu viel ist, bitte einen Freund/eine Freundin oder eine Vertrauensperson, dies zu tun und dich eventuell auch dahin zu begleiten. Bei einigen Ärzten kannst du zum Teil auch online Termine vereinbaren, dann musst du nicht anrufen, falls das nicht geht.

Bevor du den Termin beim Arzt wahrnimmst, versuche all deine Symptome aufzuschreiben, falls du beim Arzt nicht in der Lage bist, alles zu schildern. Wahrscheinlich wirst du zunächst durchgecheckt (Blutbild etc.), um bestimmte Erkrankungen auszuschließen. Oft ist ein Termin beim Arzt schon eine erste Erleichterung, einfach weil man es geschafft hat, hinzugehen, man vielleicht krankgeschrieben wird und erstmal zur Ruhe kommen kann. Es gibt für alle Erkrankungen spezielle Behandlungsangebote, ambulant und in Kliniken.

 

 

 

 

 

 

Je nachdem, wie dein Zustand es zulässt, versuche, für dich zu sorgen. Versuche zu verstehen, dass es gerade völlig ok ist, wie es dir geht und dass es Symptome einer Erkrankung sind, die man behandeln kann. Mache dir keine Vorwürfe, denn dadurch geht es dir nur schlechter. Gönne dir viel Ruhe und rede mit einer Vertrauensperson, Freunden oder Familie, auch wenn das Überwindung kostet. Mache dir erstmal keine Gedanken darüber, wie es gerade bei dir zu Hause aussieht oder was alles gerade nicht perfekt ist, wer jetzt was über dich denken wird. All das erzeugt zusätzlichen Druck und hilft dir nicht weiter. Versuche alles so zu akzeptieren, wie es gerade ist, auch wenn gerade alles ziemlich beschissen ist. Es ist so und es gibt Wege, da wieder rauszukommen. Auch wenn dein Kopf dir gerade suggeriert, dass du da nie wieder rauskommst, auch das kann ein Symptom deiner Erkrankung sein.

 

Falls es dir akut schlecht geht und du nicht weiter weißt, ist das womöglich ein Symptom deiner Erkrankung und du kannst etwas dagegen tun. Rufe eine Vertrauensperson an und rede mit ihr, bitte sie vielleicht vorbeizukommen oder dich zum Arzt oder in eine psychiatrische Ambulanz zu begleiten (Adressen zu unterschiedlichen Kliniken in deinem Umkreis findest du zum Beispiel auf der Seite der Deutschen Depressionshilfe Suche Klinikadressen).

Wenn das nicht möglich ist, melde dich bei der Telefonseelsorge 0800-111 0 111 oder 0800-111 0 222 und rede mit geschultem Personal, das dir jetzt helfen kann oder rufe bei akuten Symptomen den Notarzt (112).

Es gibt gut erforschte und wirksame Wege da wieder rauszukommen!

Du kannst aktiv etwas dafür tun und es gibt Ärzte und Therapeuten, die dir helfen.

Hier erfährst du, wo du für eine bestimmte Erkrankung Hilfe bekommst oder dich mit anderen austauschen kannst.