Burnout
Verstehen

Über alle Grenzen hinweg - Ursachen

Auch beim Burnout kommen einige Faktoren zusammen, diese sind jedoch noch nicht abschließend beschrieben und erforscht. Burnout gilt als Syndrom, und wird nicht als psychische Erkrankung klassifiziert. Viele argumentieren, dass es unter die Überschrift „Depression“ fallen sollte, andere sagen wiederum, dass dafür – zumindest zu Beginn – nicht alle Kriterien erfüllt sind. Relativ einig ist man sich darüber, dass Burnout recht viel mit der eigenen Persönlichkeit zu tun hat, nämlich zum Beispiel mit einem ausgeprägten Perfektionismus, dem Überschreiten von eigenen Grenzen oder nicht Nein sagen zu können. Hinzu kommt eine hohe Stressbelastung, zum Beispiel am Arbeitsplatz oder auch familiär, die man irgendwann nicht mehr bewältigen kann. Das wird aber von den Betroffenen erst sehr spät auch so wahrgenommen. Sie fühlen sich überfordert, gestresst, erschöpft und zeigen oft schon erste Anzeichen, wie eine hohe Anspannung, Rückzug von sozialen Kontakten („ich will keinen mehr sehen“), Konzentrationsprobleme oder neigen zu Tränenausbrüchen. Dennoch machen sie weiter, weil sie es nicht gelernt haben, sich abzugrenzen („ja, das geht schon“), weil sie glauben weiter funktionieren zu müssen („ohne mich läuft das hier doch nicht“) oder ihre eigenen Leistungsansprüche zu hoch sind.

Nichts geht mehr - Symptome

Beim Burnout gibt es viele Frühwarnzeichen, die Betroffene oft vielleicht wahrnehmen, aber nicht anerkennen wollen, weil sie weiter funktionieren möchten. Diese Anzeichen sind u.a. Konzentrationsschwierigkeiten, hohe Anspannung, Weinerlichkeit, Probleme Gesprächen zu folgen, Vergesslichkeit, sozialer Rückzug oder auch vermehrte Infekte oder insgesamt eine höhere Anfälligkeit für Krankheiten. Wenn dies nicht erkannt wird und diese Grenzen überschritten werden, kann sich eine starke körperliche und emotionale Erschöpfung ausbreiten. Oft sind Angst und Wut vorherrschende Gefühle. Betroffene sind ausgebrannt, emotional verhärtet, werden zynisch oder sarkastisch, sind sehr negativ und schnell genervt und erleben einen starken Leistungsabfall. Ihr Selbstbewusstsein leidet massiv darunter. Doch erst, wenn der Leidensdruck sehr groß ist oder eines morgens „nichts mehr geht“, suchen sie einen Arzt auf. Wenn die Symptome chronisch werden bzw. nicht ausreichend behandelt werden, ergeben sich Folgeerkrankungen wie Depressionen, Tinnitus oder Bluthochdruck.

Ein frühes Erkennen der ersten Anzeichen wäre also sehr hilfreich, um gravierende Folgeerkrankungen zu vermeiden. Leider liegt es jedoch in der Persönlichkeit vieler Betroffener, dass sie diese Anzeichen nicht erkennen (können/wollen). Die Behandlung eines Burnouts setzt daher unter anderem dort an, nämlich die eigenen Verhaltensmuster zu erkennen und einen besseren Umgang mit Stress zu erlernen.